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Hanns-Josef Ortheil

Das Kind, das nicht fragte

ERZÄHLUNGEN UND ROMANE

Informationen: , 21.99 €

Verlag: Luchterhand

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Redaktion

Leser

Rezension

Die vier älteren Brüder waren sich schon immer einig über den Nachzügler: "Der hat sie doch nicht alle." Daran hat sich, als Benjamin Merz, Ethnologe und inzwischen Ende dreißig, für ein Forschungsprojekt nach Sizilien reist, nichts geändert. Doch das Licht der Insel, die Kulinarik und seine Begabung, zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Fragen zu stellen, machen aus dem Tollpatsch den Schwarm vieler Frauen. Erneut hat Ortheil eine Liebeserklärung an Italien geschrieben, an das Leben und die Liebe. Wie nebenbei streift er das Sprechen und Verstummen, Verstehen und Verständnis.

(sti)

Kurzbeschreibung

An einem Frühlingstag im April landet Benjamin Merz mit dem Flugzeug in Catania. Merz ist Ethnologe, und er möchte die Lebensgewohnheiten der Menschen in Mandlica, einer kleinen Stadt an der Südküste Siziliens, erkunden. Er freut sich auf das Frage- und Antwortspiel, auf das er sich gründlich vorbereitet, damit er mit den Einheimischen ins Gespräch kommt. Allerdings muss er große Hemmungen überwinden, um diese Gespräche auch tatsächlich zu führen. Denn Benjamin Merz ist zwar ein kluger Ethnologe, aber ihm fällt es ungeheuer schwer, das zu tun, worauf seine ganze Arbeit aufbaut: Fragen zu stellen. Und das hat seinen Grund. Aufgewachsen ist Benjamin Merz mit vier weitaus älteren Brüdern. Seine Kinderjahre verbrachte er in einer aufgezwungenen Spracharmut. Seine älteren Brüder gaben in der Familie den Ton an, und er als Nachkömmling war schon häufig alleine damit überfordert, zu verstehen, worüber gesprochen wurde. Selbst einfachste Verständnisfragen traute er sich dann nicht zu stellen, und später musste er sich das Fragen mühsam antrainieren. Dafür kann er aber ausgezeichnet zuhören. Und diese Fähigkeit macht ihn in Mandlica, der Stadt der Dolci, zu einem begehrten Gesprächspartner – insbesondere bei den Frauen. Sie beginnen ihm Familiengeheimnisse und verborgenste Liebeswünsche anzuvertrauen … Mit dem Roman »Das Kind, das nicht fragte« schreibt Hanns-Josef Ortheil an dem großen autobiographischen Selbsterforschungsprojekt seiner Kinder- und Jugendjahre weiter. Nach »Die Erfindung des Lebens« und »Die Moselreise« setzt sich der Autor auch in diesem Roman mit dem großen Themenkomplex des Zusammenhangs von Verstummen und Sprechen, Fragen und Selbstfindung auseinander. "Ein italienischer Liebestraum und ein wunderbares Mittel gegen deutsche Winterdepressionen." Christel Freitag / NDR Kultur (21.11.2012) "Eine liebevoll erzählte Geschichte über Familienhierarchien und falsch gestellte Lebensgleise, aber auch ein Roman über Neubeginn und Lebensfreude. Das macht das Buch sympathisch und lesenswert." Margarete von Schwarzkopf / NDR 1 Niedersachsen (04.12.2012) "Mit „Das Kind, das nicht fragte“ ist dem omnipotenten Autor Ortheil ein brillantes, mitreißendes Erzähl-Kunststück geglückt. Angefüllt mit stilistischer Eleganz, sprachlich detailversessener Musikalität und atmosphärischer Dichte. Meisterlich." Nürnberger Nachrichten (01.12.2012)


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