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Ralph Dohrmann

Eine Art Paradies

ERZÄHLUNGEN UND ROMANE

Informationen: , 22.99 €

Verlag: Arche

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Redaktion

Leser

Rezension

Natur- und Landschaftsbilder auf Facebook oder Twitter haben etwas Anachronistisches. Sie zeigen im digitalen Abbild genau das, was wir nicht mehr richtig genießen können, weil die digitale Welt uns in den Fängen hat. Walter von Quant, der Protagonist in Ralph Dohrmanns Roman, scheint dieser Welt nach dem Tod seiner Frau konsequent entkommen zu sein. Es gibt nur mehr Natur, wie ein Einsiedler (so nennen ihn die anderen Dorfbewohner scherzhaft) lebt er in seinem Haus mit Garten und kümmert sich nicht mehr groß um die Welt. Die Pappeln, die "die ganze Welt mit ihrem Rauschen erfüllen", haben das digitale Rauschen des weltweiten Datennetzes ersetzt. Doch die Welt jenseits des Rauschen existiert weiter, ob von Quant will oder nicht. Und sie will ihn zurück, diese Welt, bietet ihm eine neue Frau, eine neue Liebe. Wie der Held sich arrangiert, wie weit er aus seinem Rückzugsort herauskommen möchte, das erkundet Dohrmann in einer nüchternen, klar strukturierten Sprache. Es ist ein langsames Buch, wer das nicht mag, wird seine Schwierigkeiten haben, das kontemplative Element der Natur findet sich in vielen Sätzen, in vielen Gedanken von Quants. Und somit taugt auch dieses Buch für die kleine Flucht aus Digitalien, ohne die Illusion zu erzeugen, dass diese für immer sein könnte.

(ct)

Kurzbeschreibung

Er hat weder Handy noch Internet, und am liebsten sitzt er unter der alten Pappel in seinem Garten, lauscht der Natur und ist glücklich. Walter von Quant lebt seit dem frühen Tod seiner Frau Anna zurückgezogen auf dem Land. Das Weltgeschehen interessiert ihn nicht mehr, nur beim Frisör erfährt er ab und zu, was vor sich geht. Terror, Drogen, Fracking, Edward Snowden, irre und unheimlich kommt ihm vor, was er liest. Einmal im Jahr, an Annas Geburtstag, fährt er in die Stadt, um Freunde von früher zu treffen. Als er diesmal unterwegs ist, hilft er einer Frau, die im Regen gestürzt ist. Diese flüchtige Begegnung löst etwas in ihm aus, und als die Freunde davon hören, geben sie spontan eine Kontaktanzeige im Internet auf. Jemand antwortet tatsächlich, doch am Treffpunkt erscheint nicht die Frau aus dem Regen. Eine Geschichte über das unsichtbare Wirken der digitalen Welt und von ihrer Macht über das individuelle Leben.


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