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Julie Otsuka

Wovon wir träumten

ERZÄHLUNGEN UND ROMANE

Informationen: , 18 €

Verlag: mare

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Redaktion

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Rezension

„Auf dem Schiff fragten wir uns oft: Würden sie uns gefallen? Würden wir sie lieben? Würden wir sie … erkennen, wenn wir sie zum ersten Mal auf dem Pier erblickten?“ Kurz nach dem Ersten Weltkrieg machen sich Tausende junger Japanerinnen auf den Weg nach San Francisco. In den USA sollen sie japanische Einwanderer heiraten. Diese Männer kennen sie nur von Fotos, die ihnen Heiratsvermittler gezeigt haben. Kaum mehr wissen sie über ihr Ziel, außer, „dass es besser war, einen Unbekannten in Amerika zu heiraten, als mit einem Bauern aus dem Dorf alt zu werden.“ Für viele stellt sich das als Irrtum heraus. Die Geschichte der „Picture Brides“ ist wahr, sie hat geradezu lyrische Qualität, aber erst Julie Otsukas Kunstfertigkeit macht daraus einen faszinierenden Roman, der manchmal fast schon an ein Prosagedicht erinnert. Ungemein sparsam und streng rhythmisiert erzählt sie von grauenhaften ersten Nächten, vom alltäglichen Rassismus, von Jobs und Kindern, und sie tut dies fast durchgehend in der 1. Person Plural. Nur selten tritt eine einzelne Stimme aus diesem Chor heraus – und Namen erhalten die Frauen erst, als sie nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor in Lagern verschwinden.

(jep)

Kurzbeschreibung

»Auf dem Schiff waren die meisten von uns Jungfrauen.« So beginnt die berührende Geschichte einer Gruppe junger Frauen, die Anfang des 20. Jahrhunderts als Picture Brides von Japan nach Kalifornien reisen, um japanische Einwanderer zu heiraten. Bis zu ihrer Ankunft kennen die Frauen ihre zukünftigen Männer nur von den strahlenden Fotos der Heiratsvermittler, und auch sonst haben sie äußerst vage Vorstellungen von Amerika, was auf der Schiffsüberfahrt zu wilden Spekulationen führt: Sind die Amerikaner wirklich behaart wie Tiere und zwei Köpfe größer? Was passiert in der Hochzeitsnacht? Wartet jenseits des Ozeans die große Liebe? Aus ungewöhnlicher, eindringlicher Wir-Perspektive schildert der Roman die unterschiedlichen Schicksale der Frauen: wie sie in San Fransisco ankommen (und in vielen Fällen die Männer von den Fotos nicht wiedererkennen), wie sie ihre ersten Nächte als junge Ehefrauen erleben, Knochenarbeit leisten auf den Feldern oder in den Haushalten weißer Frauen (und von deren Ehe-männern verführt werden), wie sie mit der fremden Sprache und Kultur ringen, Kinder zur Welt bringen (die später ihre Herkunft verleugnen) - und wie sie nach Pearl Harbor erneut zu Außenseitern werden. Julie Otsuka hat ein elegantes kleines Meisterwerk geschaffen, das in ebenso poetischen wie präzisen Worten eine wahre Geschichte erzählt. Wovon wir träumten verzauberte bereits die Leser in den USA und in England, stürmte dort die Bestsellerlisten, wurde von der Presse hymnisch gefeiert, mit dem PEN / Faulkner Award ausgezeichnet und für zwei weitere große Literaturpreise nominiert; die Übersetzungsrechte sind inzwischen in zahlreiche Länder verkauft.


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