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Euclides da Cunha

Krieg im Sertão

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Informationen: , 29.95 €

Verlag: Suhrkamp

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Rezension

1893, die Republik der Vereinigten Staaten von Brasilien ist gerade zwei Jahre alt, gründet ein Wanderprediger im kargen Nordosten Brasiliens einen Gottesstaat. Der Mann wird Antônio Conselheiro genannt, "Antônio der Ratgeber". Die Republik ist für ihn gleichbedeutend mit der Herrschaft des Teufels. In der neu gegründeten Stadt Canudos sind weder Alkohol noch Prostitution, noch Privatbesitz erlaubt. Vier Jahre später ist Canudos mit über 30?000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt Bahias. Die junge Republik beschließt, ein Exempel zu statuieren. Elf Monate lang kämpft die brasilianische Armee gegen die bewaffneten Gläubigen, der Krieg endet in einem Massaker. Der Journalist Euclides da Cunha war als Kriegsberichterstatter vor Ort.

Sein einziges Buch war von Anfang an ein Erfolg. Jorge Amado wird mit der Aussage zitiert, "Krieg im Sertão" sei das "am wenigsten gelesene, aber meist diskutierte Buch Brasiliens". Tatsächlich nimmt da Cunha in seinem Drang zu größtmöglicher Genauigkeit oft wenig Rücksicht auf den Leser, aber die eindrucksvollen Porträts einzelner Überlebender, die Zugewandtheit des Autors und die Vielstimmigkeit seines Berichts entschädigen für Seiten voller militärischer Fachtermini und extrem detaillierte Landschaftsbeschreibungen.

(ed)

Kurzbeschreibung

Es ist das Jahr 1893, die Republik Brasilien ist gerade gegründet worden. Der Wanderprediger Antônio Conselheiro lässt sich mit seinen Anhängern, den Ärmsten der Armen, in der wüstentrockenen Sertão-Gegend nieder. Nach kurzer Zeit leben 30.000 Menschen in der Siedlung namens Canudos. Alkohol, Prostitution und Privatbesitz lehnen diese streng Gläubigen ab, die säkularen Staatsreformen ebenfalls, und die Regierung schickt darauf Truppen. Es beginnt ein langer, unerbittlicher Vernichtungsfeldzug gegen die Aufständischen, in dem es Sieger nicht geben kann. Krieg im Sertão erzählt die Geschichte einer so unfassbaren wie folgenreichen Episode der neu gegründeten Republik Brasilien. Euclides da Cunhas Menschlichkeit, sein unverstellter Blick für das Menschliche und das Schreckliche machen diesen journalistischen Augenzeugenbericht zu einem monumentalen Abenteuerroman und zu einer anthropologischen Studie von bleibender Gültigkeit. Pressestimmen: »Euclides da Cunhas monumentale, alle Gattungsgrenzen sprengende Abhandlung ... erschien 1902, fünf Jahre nach der Zerstörung Canudos, und war in Brasilien eine literarische und politische Sensation.« Jan Schmelcher, hr-online.de »Seine [Da Cunhas] Beobachtungen und Analysen versammelte er in einem Wälzer, der grossartige Naturbeschreibungen und fast unerträgliche Kampfszenen mit wissenschaftlichen oder philosophischen Betrachtungen, soziologischen Reflexionen und journalistischen Berichten mischt.« Christoph Kuhn, Tages-Anzeiger »Ein beeindruckendes Stück Journalismus zwischen Poesie und Zweifel, universal in der Tragik seines Gegenstands.« Bücher 6/2013


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