Der Zorn der Einsiedlerin
THRILLER UND KRIMIS
Informationen: , 23 €
Verlag: Limes
Rezension
Intuition bestimmte schon häufig das Handeln des Pariser Kommissars Jean-Baptiste Adamsberg, doch seit er aus einem Islandurlaub in die französische Metropole zurückbeordert wurde, scheint er abgedrehter denn je. Der Chef sieht Gespenster - das jedenfalls glauben die Mitglieder seiner Brigade Criminelle. Verübeln kann man ihnen das nicht: Drei alte Männer sind irgendwo in Südfrankreich durch den Biss einer Einsiedlerspinne zu Tode gekommen und daraus eine Mordserie zu konstruieren - so etwas schafft in der Tat nur ein "nebulöser Geist" wie Adamsberg. So kommt es im jüngsten Roman von Fred Vargas alsbald zu Palastrevolution, und dem Kommissar bleiben nur einige wenige Getreue, um den vermeintlichen Mörder zur Strecke zu bringen. Das alles liest sich - nicht zuletzt dank einer hervorragenden Übersetzung - höchst vergnüglich. Fred Vargas läuft in "Der Zorn der Einsiedlerin" sprachlich wie inhaltlich zur Höchstform auf. Mit lakonischem Witz schildert sie die kleinen und großen Spleens in der Brigade Criminelle, deren Mitglieder sich schließlich von ihrem Chef überzeugen lassen. Die Ermittlungen führen zwar in manche Sackgasse, doch die Truppe bleibt am Ball und kommt dank Adamsbergs Intuition schließlich auf die richtige Spur. Ein rundum gelungener Krimi, mindestens so abgedreht wie seine Hauptfigur.
(pep)Kurzbeschreibung
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