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Sandro Veronesi

XY

THRILLER UND KRIMIS

Informationen: , 22.95 €

Verlag: Klett-Cotta

Leser-Rezension1

Redaktion

Leser

Rezension

San Borgo Giuda ist ein reizendes Bergkaff mit einer Kirche, einer Bar und einem kleinen Supermarkt, irgendwo oben im Trentino, den italienischen Bergen. Eines Wintermorgens bleibt der alte Beppo aus, der die Touristen mit seinem Schlitten über den einzigen, schmalen Weg nach oben in den Ort bringt. Auf der Suche nach Beppo machen der Pfarrer Don Ermete und die Dörfler eine grausame Entdeckung: Elf zerstückelte Leichen liegen um den Schlitten herum, der vereiste Baum, den das Schlitzohr Beppo für die Touristen immer vorher mit der Schneekanone präparierte, leuchtet rot vom Blut.

Was ist geschehen? Ein Attentat von radikalen Islamisten? Ein Racheakt zwischen den Familien im Dorf? Oder eine unheimliche Macht, die aus den finstersten Tiefen hervorgebrochen ist? Die Kriminalpolizei aus dem fernen Trient ermittelt in alle Richtungen, aber sie tappt im Dunkeln. Das soziale Leben im Dorf ist völlig zerstört. Da beschließt Don Ermete, der nicht an Dämonen glauben will, sich professionelle Hilfe zu holen. Zusammen mit der Psychologin Giovanna, die er heimlich nach Borgo holt, will er das Rätsel lösen.

(mpö)

Kurzbeschreibung

Elf Leichen werden in einem verschneiten Bergdorf gefunden. Ein Pfarrer und eine Psychiaterin versuchen, dem Unfassbaren auf die Spur zu kommen. Mitreißend spürt Sandro Veronesi den Grundfragen von Schuld und Sühne, Gut und Böse, Vernunft und Glauben nach. Im verschneiten Wald nahe des Bergdorfs San Giuda werden die Leichen von elf Touristen gefunden. Die Autopsie der Leichen offenbart etwas Unfassbares: elf Leichen, elf Todesursachen. Mord und Selbstmord, Krebs und Herzinfarkt. Ein Opfer scheint dem Biss eines Haifisches erlegen zu sein. Nichts passt zusammen. Während die Behörden die unerklärlichen Details der Tragödie vertuschen, versuchen der Priester Don Ermete und die Psychologin Giovanna, das Rätsel zu lösen. Ihre Ermittlungen führen den Leser auf eine philosophische Reise in die Grenzgebiete unseres Verstandes. »Veronesis erzählerisches Feuer ist einzigartig. Er vereint das Tiefgründige Dürrenmatts mit der Leidenschaft eines Stephen King.« Corriere della Sera »"XY" ist unglaublich spannend, es ist mehr als ein Krimi. Ein Krimi löst Rätsel. "XY" ist das Rätsel selbst.« La Repubblica


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Hörerrezensionen (1)

3.35

XY

von yexxo am 20.04.2013

Ein grausamer Auftakt: In einem Wald, völlig abgelegen, geschieht ein Verbrechen, das es eigentlich nicht geben kann. Elf Tote, alle an unterschiedlichen Ursachen gestorben (eine Person an Haibissen(!)), alle zur selben Uhrzeit. Die Polizei erklärt die Sache zu einem Staatsgeheimnis und vertuscht das wahre Geschehen, um ihre Hilflosigkeit zu verbergen.
Im nahegelegenen Dorf, dessen Bewohner die Toten gefunden haben, brechen derweil uralte Konflikte wieder auf, die Gemeinschaft droht zu zerbrechen. Der Pfarrer und eine Psychiaterin versuchen, eine Art Frieden wiederherzustellen und auch die Gründe für das Geschehene zu ermitteln. Doch jede Form logischen Denkens stößt hier an Grenzen.
Erzählt wird aus zwei Blickwinkeln: Einmal berichtet der Pfarrer, dann die Psychiaterin Giovanna, die überwiegend eine Form von Selbstgesprächen führt: meist endlose Sätze, teilweise auch ohne jede Interpunktion - etwas gewöhnungsbedürftig, vermittelt aber überzeugend die Gefühlssituation, in der sich Giovanna befindet. Trotz des entsetzlichen Beginns ist es kein Krimi oder Thriller, in dessen Mittelpunkt die Auflösung dieses Verbrechens steht. Vielmehr entwickelt sich die Geschichte zu einer Art Psychogramm, nicht nur des ganzen Dorfes, sondern auch der beiden Hauptfiguren, Don Ermete dem Pfarrer und Giovanna, der Psychiaterin, während das unfassbare Ereignis immer mehr in den Hintergrund rückt. Dennoch: Ich fand das Buch spannend bis zum Schluss und hatte Mühe, es aus der Hand zu legen.
Anstrengend sind die ganzen Familienbande, die in diesem Buch bestehen, ich hatte gelegentlich doch Mühe, einen Überblick zu behalten. So zeichnete ich mir beim Lesen die Verwandtschaftsverhältnisse auf, was sich dann auch immer wieder als nützlich erweisen sollte. Hilfreich ist hierzu ebenso die Website www.xy-roman.de, auf der alle Personen mit ihren Eigenheiten und Beziehungen auf geführt werden. Einziges Manko dort: Es fehlte mir eine Art übersichtlicher Stammbaum - doch den hatte ich mir ja zwischenzeitlich schon selbst gezeichnet.

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