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„Die Fälschung“

Nicolas Born

„Die Fälschung“

ERZÄHLUNGEN UND ROMANE

Gelesen von Florian von Manteuffel, Axel Milber, Christiane Roßbach

Informationen: Hörspiel, 266 Minuten, 5 CDs, 35 €

Verlag: Hoffmann und Campe

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Rezension

Klirrend und flirrend, jazzig und Lounge-artig, so klingen die Soundcollagen des Hörspiels „Die Fälschung“. Manchmal mag man sogar die typischen avantgardistischen Klänge der 70er Jahre heraushören. Dieser Klangteppich des Sounddesigners Zeitblom fokussiert im besten Fall auf den Text und kommentiert ihn – im schlechtesten Fall treibt er die Hörer weg von der Geschichte. Zum Glück überwiegen die guten und die stillen Stellen.

Umso prägnanter wirken die Stimmen, wenn sie auf einmal ohne Musik, ohne Klänge, ohne Sounds auftauchen. Und diese Stimmen haben es in sich: Florian von Manteuffel, der dem Protagonisten Georg Laschen das Fassungslos-Getriebene leiht, Axel Milberg alias Fotograf Hoffmann mit seiner nonchalant-norddeutschen Art oder die Hanna-Schygulla-hafte Christiane Roßbach. Dem Regisseur Michael Farin, dem hier etwas zwischen Lesung und Hörspiel gelungen ist, gilt ein großes Kompliment.

Schade nur, dass so viel Herzblut einem Roman zugute kommt, der Staub angesetzt hat. Die Story handelt von dem Journalisten Laschen, der vor seiner Familie ins Beirut des Bürgerkriegs flieht, um sich dort für die Rückkehr zu ihr zu entscheiden. Die Geschehnisse des Libanons der 70er wirken ungewollt aktuell, die quälende Introspektive spiegelt jedoch einen Zeitgeist wider, der längst vergangen ist.

(mk)

Kurzbeschreibung

Auf der Suche nach der Wirklichkeit der Welt – die Geschichte des Kriegsreporters Gregor Laschen Laschen, ein Reporter, dem man gewisse Ereignisse »anvertraut«, soll über den Krieg im Libanon berichten. In Beirut beginnt für ihn eine Krise, in der es schließlich nicht nur um sein Berufsbild geht, sondern um sein Leben. Laschens Bewusstsein ist von der Todes und Sterbenswirklichkeit betäubt, sodass die Wirklichkeit nur noch der Vorwand ist, um darüber zu berichten, »draufloszufälschen«. Nicolas Borns Roman ist eine Parabel der Entfremdung, er zeigt das Bild einer gefälschten Realität, einer Welt, die sich verkürzt auf Chiffren, Strukturen, Programme.


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